Konzept zur Feier kind- und jugendgerechter Gottesdienste
1. AllgemeinesGrundüberlegung zur Schaffung eines neuen Gottesdienstkonzepts war die Beobachtung, dass sich Jugendliche in den "normalen" Gottesdiensten am Sonntag morgen nicht sehr wohl fühlen. Deshalb ist es sinnvoll, eine besondere, auf die Jugendlichen zugeschnittene, Gottesdienstform zu gestalten.
Zunächst einmal ein paar grundlegende Informationen zu den Jugendlichen und Ihren Wünschen und Vorstellungen:
Mitmachaktionen
Die Jugendlichen von heute, leben in einer Konsumgesellschaft. Deswegen ist es logisch, wenn sie auch an einen Gottesdienst die Erwartung stellen, dass sie dort konsumieren können. Sie sind deshalb nicht bereit selber irgendwelche Aktionen mitzugestalten oder mitzutragen. Deshalb sollte dieser Punkt bei "Mitmachaktionen" berücksichtigt werden. Das sind zwar immer interessante Gestaltungspunkte, werden aber von den Jugendlichen leider nicht so gerne mitgemacht ...Predigt/Verkündigung
Mittelpunkt eines normalen Gottesdienstes ist die Predigt. Bei den Jugendlichen liegt der Schwerpunkt eines Gottesdienstes nicht in der Verkündigung des Wortes, sondern z.B. in guter Musik oder interessanter Technik (Lichtshow). Bei einem Jugendgottesdienst sollte daher auf eine lange Predigt zugunsten von mehreren kleineren Einheiten verzichtet werden.Abendmahl
Da viele Konfirmanden/Katechumenen noch nicht am Abendmahl teilnehmen können - essen in der Kirche aber für cool gehalten wird - ist es zu empfehlen, aus dem Abendmahl ein "Gemeinschaftsmahl" zu machen, bei dem man im Gottesdienst miteinander isst (Brot und Weintrauben).
2. Wichtige Eckpunkte/Anregungen
Es gibt ein paar wichtig Eckpunkte, die für uns aus keinem guten Jugendgottesdienst wegzudenken sind:
Musik
... ist das für uns das wichtigste Element in einem Jugendgottesdienst. Über gut ausgewählte Musik kann man die Jugendlichen sehr gut ansprechen. Bei unseren Jugendgottesdiensten gibt es immer eine Band bzw. einen Chor, die den Gottesdienst musikalisch begleiten. Weiterhin unterteilen wir zwischen Sololiedern, die Band und Chor alleine gestalten, und Gemeindeliedern, wo alle (Band, Chor und Gemeinde) mitmachen können.
Bei der Musikauswahl ist drauf zu achten, dass es zu dem Thema passende neuere, flottere Lieder sind, für die sich Jugendliche begeistern können.
Als Nachschlagewerke möchte ich empfehlen:
- Music-Box 1+2, buch & musik, Buchhandlung und Verlag des ejw GmbH, ISBN: 3-932595-08-4 und 3-932595-02-5;
- Mein Liederbuch 1+2, tvd-Verlag GmbH, ISBN: 3-026512-00-8 oder 3-926512-20-2;
- Gottesklang, Kreuz Verlag, ISBN: 3-7831-1655-4.Vaterunser
Das Vaterunser sollte auch im Jugendgottesdienst ein wichtiger Bestandteil sein. Die Frage ist nur, wie man es vermittelt. Ich würde empfehlen, es als Lied zu singen bzw. zu hören. (z.B. "Unser Vater" aus der Music-Box oder "Vater unser" von der CD "Enomine").Jugendliche Elemente
Darunter verstehen wir Elemente einzubringen, die den Jugendlichen in Ihrer Lebenswelt ständig begegnen und die ihnen Spaß machen und gefallen. Wir haben z.B. bei jedem Jugendgottesdienst eine Lightshow zu modernen Liedern von CD (z.B. "Enomine"). Man kann auch kurze Videos oder Projektionen über Videobeamer auf eine Großbildleinwand bringen. Das spart außerdem Liedblätter, die man in einer dunklen Kirche eh recht schlecht lesen kann.Kirchenkabarett
Ein Kabarett anstelle einer Predigt ist bei uns ein sehr wichtiges Element! Es beeindruckt Jugendliche, wenn in einer sonst so ernsten Sache wie in einem Gottesdienst jemand als bissig und witzig rüber kommt, und sich und die Kirche auch mal auf die Schippe nehmen kann ... Außerdem kann mal in so einen Teil geschickt die Message, die bei dem Gottesdienst rüber kommen soll, einbinden. Das ersetzt in unserem Jugendgottesdienst gelegentlich den Predigtteil.Technik
Um einen Gottesdienst professionell durchzuführen, braucht man einen nicht unerheblichen Bestandteil an guter Technik (Lichtanlage, Videobeamer mit PC, Mikros für Band und Chor, Tontechnik usw.). Im Regelfall ist eine Gemeinde nicht so gut ausgerüstet. Manches ist vielleicht vorhanden, aber mit Sicherheit nicht alles. Das ist aber nicht schlimm. So etwas kann man ausleihen. Wir haben unsere Technik z.B. vom Jupfa Hagen und von der Creativen Kirche (nochmals herzlichen Dank!) ausgeliehen. Auch Sie finden in Ihrer Nähe Einrichtungen, die gut ausgerüstet sind.Talente von Helfern
In einer Gemeinde gibt es viele Helfer mit den verschiedensten Talenten. "Versuchen Sie so viele Talente und Helfer wie möglich in die Vorbereitungen und in die Durchführung des Gottesdienstes einzubringen!" Umso reicher und vielfältiger wird das Ergebnis! Für einen Gottesdienst können Sie vielleicht nicht viele ehrenamtliche Jugendliche begeistern, aber wenn diese ihre Talente (Technik, singen, helfen, organisieren, lesen usw.) einbringen können, machen sie meist sehr gerne mit.Bistro
Das letzte Element, was nach dem Gottesdienst stattfindet. So etwas bietet sich an, um mit den jugendlichen Gottesdienstbesuchern und ehrenamtlichen Helfern über den Gottesdienst zu reflektieren oder einfach Kontakt zu knüpfen. Hier reichen schon ein paar Bistrotische, Kerzen, Fladenbrot, Käse und Dips. Dies sollte jedoch unmittelbar nach dem Gottesdienst und in der Kirche stattfinden. Sonst gehen zu viele Jugendliche verloren (Erfahrungswert).
3. Vorgehensweise
Beantworten Sie sich folgende Fragen:
- Wann ist der günstigste Termin?
Ferien und andere kirchliche Feiertage beachten! Und den Terminplan der ehrenamtlichen Helfer! - Wen kann ich alles einbeziehen?
Ehrenamtliche Helfer und Pfarrer. - Wer übernimmt welche Aufgabe?
Es sollten Teams mit Verantwortlichen gebildet werden! - Wo und um wie viel Uhr machen Sie den Gottesdienst?
Wenn Sie mit einer Lichtshow arbeiten wollen, ist es z.B. morgens sehr ungünstig, es sei denn man geht in ein Gemeindehaus mit Verdunkelungsmöglichkeiten. - Wie soll das Thema meines Gottesdienstes lauten?
- Wie mache ich Werbung?
Es empfehlen sich bunte DIN A4 oder DIN A3 Plakate! Flyer für die Konfis, die aber nicht zu früh an sie verteilt werden sollten, da Konfis sehr schnell wieder Termine vergessen. Hier ist die Unterstützung der Pfarrer wichtig! - Wo bekomme ich meine Technik her?
Frühzeitig reservieren! - Was für Kosten fallen an und wie finanziere ich sie?
4. Ablauf
Um über den Ablauf einen Überblick zu behalten, ist es sinnvoll erst mal Ideen zu sammeln und sie dann in eine geordnete Reihenfolge zu bringen. Dies klappt am Besten, wenn sie einen Ablaufplan erstellen. Hier können alle Beteiligten sehen, was sie wann zu tun haben:
| lfd. Nr. | Ablauf | Band | Chor | Technik | Licht | Projektion |
| 1 | Eingangslichtshow | - | - | Musik einspielen | Lichtshow | Bilder zur Show |
| 2 | 1. Gemeindelied | spielt | singt mit der Gemeinde | mischt Band und Chor | Licht auf Chor und Band | Liedtext |
usw.
Wenn man alle diese Punkte beachtet und sorgfältig durchdenkt, kann man sich eines guten und für die Jugendlichen interessanten Jugendgottesdienstes sicher sein.
<< zurück

Hier finden Sie unsere Gemeindebriefe im PDF-Format.